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hedsch
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aktuelle sorgen

Beitragvon hedsch » 24. Okt 2014, 08:49

Hallo an alle! Obwohl wir momentan auch viele Erfolge haben, gibts ein paar gewaltige Druckstellen - schulischer Natur...ich hoffe auf den reichen Erfahrungsschatz von Euch!

Wieviel HÜ am Wochenende?
In der Klasse meines Kindes (3. VS) ist es üblich, dass alle Schüler übers Wochenende zwei HÜs erhalten. Das erklärte die Lehrkraft seinerzeit mit dem vermehrten disziplinarischen Aufwand in der Klasse. Jetzt schafft mein Kind den Wochenplan nie vollständig, muss am Wochenende auch noch das erledigen und hat seit Schulbeginn jedes Wochenende ca. 3 Stunden Arbeit zusätzlich. 3 Stunden klingt vielleicht nicht dramatisch - ist es aber für uns alle zuhause....mein Kind ist einfach nur müde und will spielen und wir alle (auch die Großen) möchten mal die Schule für zwei Tage vergessen.

Die Frage lautet: Muss sich mein Kind damit abfinden auch am Wochenende jeden Tag hart arbeiten zu müssen? Mein Instinkt sagt mir, dass er auch mal abschalten soll, nur wie sag ich das der Lehrerin? Hat jemand von Euch diesen Prozess schon mal durchlaufen?

Zweites Problem: wir haben seit Schulbeginn eine Stützkraft. Sie spielt in den Pausen mit bestimmten Kindern (ohne SPF) – nur währenddessen liefert sich mein Kind Raufereien im Gang. Er leidet unter dieser Situation, weil er das gar nicht mag. Zweimal hat er zurückgeschlagen (was die Lehrkraft natürlich gesehen hat) – was folgte war Schimpftirade, aber keine Hilfe. Wir üben zu hause (seit Jahren) gewaltfreie Abwehrhaltungen (z.B. deutlich sagen, dass man etwas nicht möchte), aber er schaffts halt (noch) nicht alleine.
Frage: Wie krieg ich die Stützkraft dazu, ihm da zu helfen? Oder ist sie hierfür nicht zuständig?

Drittes Problem: Mein Kind vergisst oft die Arbeitsunterlagen in der Schule, manchmal weint er dann. Ich hab ihm eine Erinnerungstafel für die Schule gebastelt, aber es passiert trotzdem noch oft genug. Ich hab das auch mit der Lehrkraft besprochen, sie meint dazu: „ich frag ihn eh immer ob er alles hat, und er sagt ja“. Mehr könne sie auch nicht tun.
Frage: Kann da die Stützkraft aktiv werden, und wie sag ich ihr das? Wie ich das verstanden habe (bzw. die Lehrkraft mir sehr deutlich kundtat) bringt die Einmischung der Mutter nichts, denn die Stützkraft macht eh nur das, was ihr die Lehrkraft anschafft. Sie schaffts ihr aber nicht an (ihn z.B. beim Einpacken der HÜ über die Schulter zu schauen). Ich hab mit der Stützkraft seit Schulbeginn kein einziges Wort wechseln können – oder ist das so üblich?

Verzweiflung, denn endlich ist da eine zusätzliche Erwachsene in der Klasse (und es war eine fast 3-jährige Prozedur mit vielen Tränen/Schuldzuweisungen/Zwangsetikettierungen von Mitschülern, die eigentlich keinen SPF haben wollten….), nur hat mein Kind wenig davon. Viele andere sozial ohnehin schon starke Kinder haben etwas davon. Und ich finde das auch OK und wichtig, dass sie sich dazwischen um die Normalos kümmert – nur eben nicht gerade an den „Knackpunkten“. Was mach ich? Ist eine Stützkraft beim Elternsprechtag dabei, oder muss ich das beantragen und die Zusatzsunden finanzieren?

Noch etwas: Ich hab mein Kind vorige Woche von der Hochbegabtentestung, für die er von der Schule vorgeschlagen wurde, wieder abgemeldet –eine Gruppe von 100 Kindern und das 2 h lang bedeutet Sinneschaos, ihr kennt das vielleicht... Mein erstes Kind ist auch hochbegabt und macht bei den Programmen der Stiftung Talente mit. Alles Gruppenaktivitäten, die für den älteren (zum Glück) gar kein Problem sind. Aber wie geht das mit Asperger zusammen? Hat jemand von Ihnen Erfahrung?
Testung ja oder nein, und welcher Modus ist sinnvoll?

Hat jemand Zeit zum Antworten? Ich freue mich über Zuspruch und Hilfe.

PS
Mutter: „Magst mitfahren auf den Schulausflug ins Mühlviertel?“ Kind: „Drei Tage durchgehend mit der Klasse? Das schaff ich einfach nicht.“

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Ivan2006
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Re: aktuelle sorgen

Beitragvon Ivan2006 » 24. Okt 2014, 12:15

Hallo, erst einmal: Wenn Sie auf Ihre Fragen außschließlich Antworten anderer Eltern wollen, sollte das vielleicht in das Elternforum geschrieben werden.
Da es aber jetzt hier steht, werde ich meine Information mit euch Teilen:

Ich bin selbst Asperger - Geneuer gesagt der Asperger, mit dem die ganze "Schulassistenz für Asperger"-Geschichte überhaupt erst ins Rollen kam.

Ich denke, es würde nicht helfen, wenn das Kind die Wochenend-Aufgaben nicht machen muss, denn wenn es so wäre, dann würden die Klassenkameraden sich ungerecht behandelt fühlen, mit der direkten Konsequenz, dass alle Bemühungen um ein gutes Klassenklima im Sand verlaufen.

Und zum Thema der Stützkraft: Eine Unterstützung, die wegen dem Asperger-Kind da ist, ist im Allgemeinen für das zuständig, was dem Asperger-Kind hilft.
Wenn das Asperger kind Probleme mit Mitschülern hat (Mobbing oder ähnliches), dann ist die Stützkraft automatisch dafür zuständig, das zu unterbinden.
Dass die Stützkraft nur das machen kann, was die Lehrer anschaffen, ist totaler Blödsinn. In meinem Fall hat die Schulassistenz regelmäßig telefonischen Kontakt zu meiner Mutter.
Es stimmt schon, dass eine Schulassistenz nur das tun kann, was ihr gesagt wird, aber das kann soweit ich weiß sowohl von Eltern als auch von Lehrern kommen.

Normalerweise ist eine Schulassistenz nicht beim Elternsprechtag dabei, aber es kommt mir schon sehr seltsam vor, wie sich die Lehrer verhalten.
Man könnte fast meinen, die Lehrkraft versucht, die Aktivitäten der Schulassistenz zu unterbinden.
Keine Ahnung ob wegen Fehlinformation oder absichtlich. Ich würde außerdem versuchen, den Lehrern klarzumachen, dass die Raufereien von den Mitschülern ausgelöst werden, die Ihr Kind mobben.
Zur Kontaktaufnahme mit der Unterstützungskraft empfehle ich einen schriftlichen Briefwechsel über das Kind mit dem Versuch, Telefonnummern auszutauschen, um eine flüssigere Kommunikation zu ermöglichen.

Zum Thema der Hochbegabtentestung, ich habe noch nie davon gehört, dass 100 Kinder gleichzeitig getestet werden würden...
Ich bin selbst bei der Stiftung Talente, sowie - wie ich bei Kursen bemerkt habe - andere Asperger, und es gibt recht wenige Probleme. Wichtig ist nur, dass die Stiftung Talente davon weiß, dass das Kind Asperger ist, damit sie damit umgehen können. Dadurch, dass sich die Gruppenmitglieder dort großteils nicht kennen, gibt es auch gar keine Gelegenheit für das Entstehen einer Ausgrenzung, abgesehen davon, dass alle Kinder kursbedingt ein gemeinsames Interessensgebiet haben, was für Asperger oft der einzige bzw. der am einfachsten zu nutzende Anknüpfungspunkt für ein Gespräch ist.
Da die Gruppen in etwa Klassengröße haben, halte ich die Kurse der Stiftung Talente daher für zumutbar.

PS: Ich sehe gerade Sie sind noch gar nicht in der Eltern-Gruppe.
Bitte beantragen sie dafür Mitgliedschaft, die Anleitung finden Sie unter
viewtopic.php?f=1&t=3
Verrückt ist nur das Gegenteil von langweilig.

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aspimum
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Re: aktuelle sorgen

Beitragvon aspimum » 26. Okt 2014, 19:15

Hallo Hedsch,
ja, auch ich bin der Meinung, dass dies ein Thema für den Angehörigen Modus ist. Du bist ja nun angemeldet, ich werde Dir da unter dem gleichen Thema antworten, okay?
LG
:) aspimum
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schöne Worte sind nicht immer wahr.«

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Re: aktuelle sorgen

Beitragvon hedsch » 27. Okt 2014, 10:40

Hi ivan2006, da sind hilfreiche Infos für uns dabei (die Anrede war fürs allgemeine Forum natürlich nicht richtig) also danke für den Input. Grüße, hedsch


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